Bastian Bärenfänger

Bastian Bärenfänger – Kolumne

Die digitale Revolution ist kulturelle Evolution

Von ernsthafter Sinnhaftigkeit, dem Lösen der wirklich großen Probleme unserer Zeit wie Klima & Co sind wir gefühlt immer noch Lichtjahre entfernt, und beschäftigen uns sowieso eigentlich viel lieber erstmal mit Weltraumtourismus a la Bezos & Musk. Das lenkt ja auch so schön ab. Davon das hier gefühlt nichts vorwärts geht & alles irgendwie festzustecken scheint. Nach einer Pandemie läuft Digitalisierung in Deutschland immer noch nicht so ganz, verstanden wurde sie auch nicht, kann man vielleicht auch noch gar nicht, oder!? Und Organisationen verstehen sich als Showroom für Einrichtungsgegenstände. Warum ist das so? Warum sind wir so weit weg, davon wirklich ein Team zu sein? Eine Organisation ein Team! Eine Gesellschaft ein Team! Eine Welt ein Team! Lichtjahre sind wir entfernt! Seit 2022 müssen wir wieder über Krieg reden! Ernsthaft?

Die digitale Revolution ist keine technologische Veränderung, sondern ein sozialer & kultureller Umbruch.

Ich glaube bei New Work geht´s gar nicht so viel um Work.

Auch. Aber eben nicht nur, und gar nicht primär.

Und Business ist zwischenmenschlicher denn je, insbesondere im Bezug auf wachsende Selbstorganisation, aber nicht nur das! Die Rolle von Organisationen als ethische Institutionen in der Gesellschaftswahrnehmung steigt.

Und jetzt legt in 2023 mit ChatGPT & Co. auch noch künstliche Intelligenz los, aber so richtig! Arbeit wird sich nun verändern! Laut dem Weltwirtschaftsforum werden sich 40% der Kernkompetenzen in den nächsten 5 Jahren als solche verändern, was wiederum für 50% der Mitarbeitenden weltweit Umschulung oder Training und Ausbildung bedeutet. Passend dazu veröffentlicht der Harvard Business Review in einer Studie, dass die Unternehmen die Rolle der Führungskräfte erheblich neu definiert haben.

Traditionelle Fähigkeiten – vor allem die Verwaltung finanzieller und betrieblicher Ressourcen sind nach wie vor von großer Bedeutung. Doch wenn Unternehmen heute nach Spitzenkräften suchen, messen sie diesen Fähigkeiten weniger Bedeutung bei als früher und geben stattdessen einer Qualifikation den Vorrang vor allen anderen:

Einer ausgeprägten sozialen Kompetenz.

Menschliche Fähigkeiten gewinnen also an Bedeutung als Ergänzung zur fortschreitenden Digitalisierung und künstlichen Intelligenz!

ChatGPT

Denn ChatGPT kann keine SoftSkills! Es liegt an uns, durch kritisches, analytisches auch kreatives Denken zu bewerten, was uns da ausgespuckt wird. Oder zu entscheiden wann etwas gut und nützlich ist, wann es eine gute Entscheidung ist, die uns in gutes Handeln bringt! Und weil niemand mehr die heutige Komplexität allein durchdringen und alles wissen kann, ist ein neuer Team Spirit gefordert. Und Menschen miteinander machen das Leben doch lebenswert. Das merkten wir doch alle zur Genüge, wo wir auch durch Social Distancing nicht nur Freunde & Familie, sondern ebenso die Kollegen im Büro vermisst haben, um sich gegenseitig täglich zu Höchstleistungen anzufeuern! Menschen wollen miteinander sein, in Städten, mindestens in Dörfern zusammenleben, und in Co-Working-Spaces, um sich gegenseitig zu inspirieren.

Teamspirit

Und eigentlich haben wir das bei der Arbeit doch schon immer vermisst. Oder uns mehr gewünscht. War doch schon immer so. So Aussagen wie: „Ja der Zusammenhalt im Team, der war schon ganz besonders damals!“ „Auf meinen Chef konnte ich mich immer verlassen, der hatte immer ein offenes Ohr für mich!“ „Ich hatte das Gefühl, das meine Arbeit etwas wert ist & man mir vertraut!“ „Ich kann hier auch eigene Ideen & Verbesserungen einbringen!“  Und es gibt sie tatsächlich, diese berühmten Funken, diese Verbindungen, die wir miteinander eingehen, wenn wir miteinander sind, im echten Leben, nicht im Video Call. An Sprichwörtern wie „Hier stimmt die Chemie!“ oder „Ich kann dich gut riechen!“ war schon immer was dran! Und diese Verbindungen sind tief. Nichts erschüttert eine Freundschaft, die seit Jahren Bestand hat, ohne weiteres. Genauso ist das mit Beziehungen bei der Arbeit, zu Kollegen, zu Vor- oder auch zu Untergesetzten.

Gute Beziehungen entstehen da nicht, weil ich die dunkelsten Geheimnisse kenne oder wir uns in hippen Kulturen alle Duzen. 

Gute Beziehungen entstehen, weil wir einander vertrauen, in Stärken & Schwächen, weil wir sein können wie wir sind, damit alle ihr volles Potential entfalten können, dürfen, wollen.

In der heutigen Komplexität, einer immer digitaleren Welt müssen wir nur anders Team sein als am Fließband der Industrialisierung. Und wie wir diesen Stress, diese Komplexität und den Wandel gemeinsam durchdringen, wie wir wirklich ein Team werden, dazu mehr in der nächsten Kolumne über „Hallo Neue Welt – Hallo Future Skills!“

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