DACHAPU Manufaktur

DACHAPU Manufaktur

Die Würze im Alltag 

DACHAPU Manufaktur

Wer die Geschichte der DACHAPU Manufaktur kennt, weiß: Es geht um so viel mehr als nur Chilisaucen oder Gewürze. Sie ist der Beweis, dass man seine Herzlichkeit, Menschlichkeit und Lebensfreude beibehalten kann, ganz egal, wie viele Schicksalsschläge man durchlebt hat. Die Geschichte zeigt, dass man nicht verbittert sein muss, nur weil die Vergangenheit nicht immer gut war. Und beweist auch, dass in der Kindheit oftmals der Grundstein für die berufliche Passion gelegt wird. DACHAPU Manufaktur ist Zukunft, Liebe, Leben und der Beweis, dass jeder Rückschlag einen stärker macht.

Bis „Red Honey“, die erste Chilisauce auf den Markt kam, brauchte es viel Zuspruch, zahlreiche Behördengänge und noch mehr Testpersonen aus dem privaten Umfeld. Hinter der Chilisauce steht Daniela Beesé. DACHAPU ist die Abkürzung aus ihrem Vornamen

Daniela und ihrem Mädchennamen Chapuis: DACHAPU. Ein bisschen angelehnt an den Firmennamen Haribo,bei dem die Initialen des Gründers im Firmennamen auftauchen.

Die Rollenverteilung bei DACHAPU Manufaktur ist klar geregelt: Daniela ist die Ideengeberin und eine Frau mit Herzblut. Im operativen Bereich hat sie nicht nur die neuen Vertriebswege oder Kooperationen im Blick, sondern auch die Finanzen sowie die Lagerbestände. Aber auch Social Media und Produktfotos für den Webshop schaut sie sich genau an oder bearbeitet sie. Man könnte sagen: Sie übernimmt den kreativen Part bei DACHAPU. Daniel, ihr Mann, ist eher Visionär, der lieber zwei Mal nachdenkt, bevor er seine Ideen in die Tat umsetzt. Aber auch in ihm schlummert viel Kreativität: er hatte die Idee mit dem Firmennamen, er erweckt die Produkte zum Leben und greift auf seine langjährigen Erfahrungen als Marketingspezialist zurück.

Fast 10 Jahre ist es her, dass Daniel ihr das Kompliment für ihre selbstgemachte Sauce gab. Doch bis sie sich letztendlich dazu entschlossen, die Sauce, so wie sie jetzt ist, auf den Markt zu bringen, dauerte es noch eine Weile. Zum damaligen Zeitpunkt schienen die Hürden allein mit den Lebensmittelbehörden oder das Finden einer Produktionsstätte unüberwindbar. Hinzu kam, dass sie sich ihren Traum der Selbstständigkeit nur erfüllen wollten, wenn alle Grundsteine gelegt wären.

Der Wunsch nach Sicherheit auch als Selbstständige, ist bei Daniela groß – ist Sicherheit doch etwas, das sie in ihrer Kindheit nie richtig erfahren konnte. Als ihr Vater beruflich in Nigeria war, lernte er ihre Mutter kennen. Und weil der Vater als Chief Engineer häufig auf hoher See unterwegs war, war Daniela viel alleine mit ihrer Mutter und ihrem Bruder.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem der Vater auswandern wollte – nach Amerika. Die Container waren gepackt, alle Zeichen standen auf Neuanfang im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Da keiner von ihnen Angehörige in Amerika hatte, aber eine Oma in Deutschland, überzeugte Danielas Mutter ihn, stattdessen dorthin zu ziehen – ein kleines Ferienhaus mit undichtem Dach, bis sich schließlich etwas Passendes in Hamburg fand.

Gesagt, getan – leichter wurde es allerdings nicht. Es gab keine Wohnung, schon gar nicht als weißer Mann mit einer afrikanischen Frau. Alltagsrassismus, eine nicht anerkannte Eheurkunde, ein nicht anerkannter Führerschein und am Ende blieb dem Vater nur noch der Kauf einer Eckkneipe mit anliegender Wohnung, um endlich ein dichtes Dach über dem Kopf zu haben. Mit der Kneipe kam der Alkohol, der die Mutter nicht losließ. Um sie zu retten, gingen sie zurück nach Nigeria – doch besser wurde es damit nicht. Zurück in Nigeria, schickte die Mutter sie nicht in die Schule, denn für die private Schule reichten die finanziellen Mittel nicht, die öffentliche Schule verbot die Mutter. Als Daniela gerade mal 10 Jahre alt war, trafen die Eltern den Entschluss, es erneut in Deutschland zu versuchen. Da Daniela und ihr Bruder weiterhin größtenteils allein mit der Mutter waren, und diese dem Alkohol mittlerweile völlig verfallen war, holte die Halbschwester die beiden Kinder von ihr weg, damit sie bei ihr unterkommen konnten. Allerdings war dies keine tragfähige Lösung, weshalb der Kinder- und Jugendnotdienst Daniela und ihren Bruder ins Heim brachte. Ein Ort, der Danielas Leben bis heute geprägt hat, denn die Mehrzahl der Heimbewohner war männlich und sie musste sich ihnen gegenüber täglich behaupten. Mit 15 Jahren dann die Flucht nach vorn: Heim verlassen, in eine eigene Wohnung unter Aufsicht ziehen und sich selbst um ihren Lebensweg kümmern. Die Mutter war schon lange kein Teil ihres Lebens mehr – sie ging alleine zurück nach Nigeria und gilt bis heute als verschollen.

Was DACHAPU ausmacht, ist vor allem Danielas Kämpfergeist. Der Ehrgeiz, mit dem sie das Projekt – und auch alles andere – anpackt, passt nicht zum altbackenen Klischee einer Frau. Sei es Regale oder Palettenmöbel zu bauen, Laminat zu verlegen, teure Tapeten ohne Fachkenntnis an die Wand zu bringen, oder aber in der von Männern dominierten Einzelhandelswelt erfolgreich Verhandlungen zu führen und sich am Ende durchzusetzen. Handwerken und Machen – nicht darüber nachdenken, dass irgendwer immer noch zweifelt, ob man das als Frau nun so macht oder nicht. Diese Portion Selbstbewusstsein hat sie aus ihrer Zeit im Heim. „Nur weil ich ein Mädchen bin, bin ich kein Opfer“, so Daniela. „Ich kann das, was Jungs können, und ich kann es vielleicht sogar besser. Geht nicht gibt es nicht.“

Auch wenn das alles stark klingt, gibt es auch Momente, in denen sie ihre weiche Seite zeigt. Wenn sie inne hält und mit leiser Stimme vom Tod ihres Vaters im vergangenen Jahr spricht, als er nach langer Krankheit starb. Er war es, der sie immer wieder ermutigte, die Sauce auf den Markt zu bringen. In einer Zeit der Pandemie, die sie in einer Phase des Wachstums ausbremste. Mit einer Produktion, die falsch anlief und sie 770 Gläser direkt in den Müll werfen konnte. Mit zwei kleinen Kindern, die umsorgt werden wollten und dazu eine Schwangerschaft, die ihr die körperliche Kraft nahm. Hinzu kam noch die finanzielle Situation, die es nicht ermöglichte, große Schritte mit DACHAPU zu machen.

Warum sie angesichts all dieser Umstände nicht aufgegeben hat? Weil sie bereits so viel erlebt hat. Weil sie so oft schon so weit unten war im Leben, dass sie glaubt, es kann nicht schlimmer werden , sondern nur besser. Weil sie sich nicht bereit fühlte, aufzugeben, nachdem die Absatzzahlen trotz Pandemie wieder anstiegen.

Am Ende verdankt sie es aber auch der bedingungslosen Liebe ihres Mannes, der sie wie kaum ein anderer versteht. Der weiß, was es heißt, keine Mutter zu haben, der selbst in Afrika (Malawi) lebte, in Armut, der ähnliche Lebenswege beschritt und ihr Verständnis und Zuspruch geben kann. Und das, obwohl sie einander beim ersten Kennenlernen nicht den Vorstellungen des jeweiligen Traumpartners entsprachen. Im weiteren Verlauf stellte sich sogar heraus, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Sie, ausgestattet mit deutschen Tugenden wie Pünktlichkeit, Ehrgeiz, aber auch Risikobereitschaft, er, der gern das Risiko kontrolliert, und stets bei jeder Entscheidung das Markenbild berücksichtigt. Am Ende entscheiden sie sich immer für die Mitte. Sie leben vor, wie man auch unterschiedliche Standpunkte miteinander vereint, wie man einander stützt ohne sich zu verbiegen. Was man von ihrer Geschichte noch lernen kann: Wie man auch in schwierigen Zeiten eine Beziehung führt, wie man miteinander kommuniziert und wie man auch mal aushält, wenn der andere einem direkt seine Meinung sagt.

Und auch wenn Danielas Kindheit nicht unbedingt von vielen positiven Momenten geprägt war, hat sie eins nie vergessen: Wie es zu Hause schmeckte. Wie es roch. Wie es war, der Mutter beim Kochen zuzuschauen. Dabei gab es immer scharfes Essen, als sie noch ein Kleinkind war.

Dennoch ist die erste Chilisauce, Red Honey, in erster Linie ausgewogen, denn der Genuss soll im Vordergrund stehen, nicht die reine Schärfe. Es geht darum, die Hauptzutat – immerhin Habanero Chilis – stets subtil im Geschmack zu halten, statt mit der Tür ins Haus zu fallen. „Ein perfektes Zusammenspiel aus Schärfe und Genuss“, so ihre Botschaft.

Darin steckt auch eine große Prise Demut, für das, was sie tun – sei es, dass sie alle Zutaten für die Sauce eigenhändig vorbereiten, jede Chili selbst schneiden und kochen, die Sauce manuell abfüllen, die Gläser zu Hause selbst beschriften oder alle Pakete mit Bestellungen zur Post bringen. Bereits frühmorgens fährt Daniela in die Produktionsküche, um wieder rechtzeitig zu Hause zu sein, bevor die Kinder (5 und 3 Jahre) wach werden. Ihren Onlineshop haben sie einfach mal in Nachtschichten gebaut – neben dem Hauptjob. Diese Leidenschaft, mit der sie all das machen, schmeckt man in der Sauce. Sie schmeckt nach etwas Gutem. Nach Liebe. Nach Charisma. Nach Handarbeit. Und wie sie selbst sagen: Passend zu fast allem außer Eintopf. Abgeschmeckt auf den „deutschen“ Gaumen, nicht auf scharfe nigerianische Streetfood Küche, die Daniela von kleinauf kennt. „Der deutsche Gaumen mag es eher süßlicher“, so ihre persönliche Einschätzung.

„Red Honey steht nicht für die Schärfste, sondern für die leckerste Schärfe. So dient der Honig als Gegenpol sorgt für einen verführerischen Auftakt und erlaubt auch empfindlichen Gaumen, die Sauce voll und ganz zu genießen.“

Wer sich mit dem Paar unterhält, merkt schnell, dass es bei DACHAPU um mehr geht als nur gute Produkte und möglichst viel Umsatz. 2021 wird das Angebot um neue Gewürze und Öl-Kreationen erweitert, und natürlich muss ihr Geschäft profitabel sein. Immerhin haben sie alles ohne jegliche Kredite aufgebaut. Doch was sie sich von Herzen wünschen, ist, etwas Gutes mit DACHAPU zu bewirken. Als Eltern von (bald) drei kleinen Kindern und selbst mit einer schwierigen Kindheit möchten sie irgendwann andere Kinder in Not unterstützen können mithilfe ihrer Einnahmen.

Bis dahin träumen sie noch von einer eigenen Produktionsküche anstelle der jetzigen Mietküche, um immer ausreichend Nachschub zu haben. Und davon, weiterhin ein erfolgreiches Familienunternehmen zu führen mit der Chance, aneinander zu wachsen. Und alles weiterhin ohne Kredite realisieren zu können.Für den besonderen DACHAPU Geschmack braucht es Liebe, und davon haben Daniela und Daniel als echte Seelenverwandte ganz schön viel.

Zitat von Daniel: „Wenn du mit offenen Augen durch die Welt gehst, wachsam bleibst, dann bieten sich ständig Situationen und Möglichkeiten, die es wahrzunehmen gilt.“

Zitat von Daniela: „Es ist zu wenig zum Leben und zu viel zum Aufgeben – das hat mir mein Vater immer gesagt und das habe ich verinnerlicht.“

www.dachapu.de

Instagram: dachapu.de

Facebook: DACHAPU Manufaktur

Fotos: Alexandra Pfeifer Fotografie https://www.alexandra-pfeifer.com/

ELBBLICK Magazin Leser haben die Möglichkeit, 1 von insgesamt 2 DACHAPU Manufaktur Paketen zu gewinnen. Folgt DACHAPU Manufaktur auf Facebook & Instagram und schreibt bis zum 31.05.2021 an hamburg@elbblickmagazin.de, warum ihr unbedingt einmal die Sauce probieren wollt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Gewinnspiel.

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