Jonathan Johnsons neue Kollektion à la Bauhaus

Zum diesjährigen Jubiläum von Bauhaus präsentiert Jonathan Johnson seine neue Kollektion „Echos“ inklusive einer Fotoausstellung am 23. Mai 2019.

Wann: Donnerstag, 23. Mai 2019

Beginn 18:30

Poolstrasse 12, Hamburg / in den Räumen der ehemaligen Synagoge „Tempel 1844“

Jeder, der Schmuck und die Arbeiten des kreativen Genies liebt, sollte sich die Ausstellung nicht entgehen lassen. Inspiriert wurde Jonathan Johnson übrigens von der Arbeit seines Großonkels Alfredo Bortoluzzi, der am Bauhaus in Dessau studierte. Wer mehr über Jonathan Johnson erfahren möchte, liest hier weiter, denn wir haben ihn bereits für die Printausgabe vor knapp einem Jahr interviewt, denn seine Arbeiten und sein Schaffen sind Besonders.

Gezeigt werden Werke von Alfredo Bortoluzzi – die im Kontext mit der Schmuckfotografie von Bernd Westphal und den Fotoarbeiten von Konstanze Habermann für die neue Kollektion von Jonathan Johnson stehen.

Die Arbeiten von Alfredo Bortoluzzi sind mit freundlicher Unterstützung des staatlichen Bauhaus Archivs in  Berlin zur Verfügung gestellt worden.

 

INTERVIEW mit Jonathan Johnson

Für Menschen, für die Schmuck mehr ist als nur ein Accessoire und die das Außergewöhnliche mit einer Botschaft schätzen, kennen und lieben Jonathan Johnson. Die Werke aus dem Atelier sind manchmal provokant, lasziv und vor allem: Tragbar. Musiker aus dem In- und Ausland, bekannte Persönlichkeiten und Liebhaber des Besonderen sind mit ihm per Du: Oliver Pfeiffer, der Mann hinter Jonathan Johnson. Was ihn umtreibt, warum wir alle aufhören sollten, bierernst zu sein und was seinen Schmuck ausmacht, verriet er ELBBLICK Magazin im Kurzinterview.

 

Du bist mit deinem Atelier schon lange in der Neustadt. Seit wenigen Wochen in neuen Räumen. Wie kam es dazu?

Wir waren fast 8 Jahre in dem kleinen, aber sehr schönen Laden in der Poolstrasse 20. Ich hatte damals zum größten Teil nur Einzelstücke angefertigt.  Allerdings wurden die Anfragen auch weltweit immer größer und der Platz immer kleiner. Daraufhin haben wir angefangen, einen neuen Laden zu suchen. Unsere Vorstellung: ein Laden beziehungsweise eine Werkstatt, groß genug, um eine richtige Manufaktur mit eigener Gießerei, Galvanik, Fotostudio und Lager unterzubringen. Und das Ganze inklusive einem neuen Ladenkonzept. Ein Jahr lang haben wir gesucht, es war überhaupt nicht einfach –  wir haben Angebote in der Schanze, Eppendorf und anderen Stadtteilen bekommen, aber ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Die Idee, an einem Ort zu sein, den Leute aufsuchen, weil da halt alles ist, mag ich nicht. Ich bin eher scheu und mag es eher, wenn Menschen gezielt einen Ort aufsuchen, weil sie etwas ganz besonderes finden wollen.

Das ist persönlicher, entspannter und für mich auch exklusiver. Ich sehe mich eher als ein Edelweiß, eines der letzten freien Blumen, die es gilt, zu entdecken und für die man Mut braucht, sie zu finden. Und nun haben wir diesen wundervollen Laden hier in der Neustadt bekommen.

 

Wer ist in deinem Geschäft gern gesehen? Welche Klientel sprichst du an?

Ich spreche offene Menschen an, die Humor haben und einen Sinn für Kunst und Underground Kultur. Die den Mut haben, Dinge zu hinterfragen und sich selbst nicht bierernst nehmen. Menschen, die das Leben schätzen und wissen, das unsere Freiheit die wir hier haben, nicht selbstverständlich ist, das viele dafür kämpfen mussten und immer wieder müssen. Mutige Menschen, um ein paar Namen zu nennen: Heinz Strunk ist ein treuer und lieber Freund des Hauses, Bela B., Rocko Schamoni, Bruce LaBruce, Klaas Heufer-Umlauf, Jochen Schropp, Asia Argento, Beatrice Dalle, Luc Tuymans und viele mehr. Das sind jetzt Personen, die man in der Öffentlichkeit kennt, es kommen aber auch viele Paare, die sich von mir ihre Eheringe schmieden lassen, Künstler, Musiker, Fotografen, Schriftsteller, Werber, Architekten. Diese Menschen schätzen es zum einen, auf unglaubliches handwerkliches Können zu treffen und zum anderen einen vollkommen unkomplizierten, uneitlen Menschen dahinter zu treffen, der für sein Handwerk brennt.

Es vergeht kein Tag an dem ich nichts Neues über Schmuck dazulerne, was ich dann wiederum an meine Kunden geben kann.

 

Deine Schmuckstücke sind vor allem bei Musikern beliebt – wie kommt es dazu? 

Da ich selbst lange Jahre in der Musikszene als DJ und Konzertveranstalter tätig war, habe ich sehr viele Musiker kennengelernt. Die kommen in Schmuckfragen nun natürlich zu mir, da sie mir vertrauen und ich nicht das Bild eines biederen Anzugsträgers wiedergebe. Ausserdem benötige ich Musik bei der Arbeit als Seelentreibstoff, sie trägt mich wie ein fliegender Teppich über die Felder der mühevollen Arbeit.

 

Was macht deine Arbeiten aus?

Wissen! Hinter all meinen Entwürfen steht ein Prozess der Studien, der am Anfang eigentlich gar nichts mit Schmuck zu tun hat. Vielmehr sind es Studien über Dinge. Ob das jetzt der Urknall ist, soziologische Themen, Kulturgeschichte, Architektur, Biologie, Popkultur und so weiter…In erster Linie möchte ich Dinge verstehen, im Anschluß an meine Studien entsteht dann eine Art künstlerischer USB Stick in Form eines Schmuckstücks. Ich kreiere niemals nur blosses Dekor, der Schmuck muss eine Tiefe besitzen, über seine handwerkliche Güte hinweg, die ihn ernsthaft macht. So ist eine Scheiße Kette, bei allem blöden Witz den man dabei vermuten kann, messerscharfe Gesellschaftskritik und sehr gut produziert.

 

Was ist ein unverkäufliches Liebhaberstück?

Ich habe mir als ausgesprochenen Star Wars Fan einen Ring aus Weißgold gefertigt in Form eines Stormtrooper Helms, der Helm ist mit 108 lupenreinen Diamanten ausgefasst und an der Seite ist eingraviert „I love Princess Leia“ meine erste große Liebe…(lacht)..

 

Was war der lustigste Auftrag?

2 weiße Haie aus 18 kt Weißgold zieseliert, die je einen 2 ct schweren Diamanten im Maul haben als Ohrschmuck. Eine Kundin hat mir die beiden riesigen Diamanten gegeben, mit der Bitte, daraus einen Ohrschmuck zu entwerfen. Ich habe angefangen zu zeichnen und mich anfangs ziemlich klassisch gehalten, das wurde mir allerdings schnell zu bieder und ich habe aus Blödsinn die Haie gezeichnet und die Skizze der Kundin geschickt. Das fand sie so lustig, dass sie die wollte!

 

 

Welche Rolle spielt dein Hund Wippo in deinem Leben?

Wippo ist mein bester Freund. Wir verstehen uns ohne Worte. Er ist Komödie und Drama in einem. Es vergeht kein Tag, an dem er mich nicht aufheitert und kein Tag an dem ich nicht voller Schmerz die Endlichkeit unseres Daseins erkenne. Deshalb bin ich für die Zeit mit ihm sehr dankbar und sie gibt mir den Impuls, mich auf das Wesentliche im Jetzt zu konzentrieren, denn das ist es, was wir haben, das Jetzt und die damit verbundene Erinnerung an die Vergangenheit, die uns permanent aufzeigt, was wir nicht getan haben und was wir hätten tun können. Doch im Jetzt haben wir die Möglichkeit, jederzeit neu zu entscheiden. Wippo braucht das nicht, er steht über diesen Dingen, sein Job ist es, mich daran zu erinnern was zu tun ist.

 

Ist er die Kraft hinter dir?

Wir leben in einer Symbiose. Er ist meine Kraft und ich bin die seine.

 

Was möchtest du mit deinen Werken den Leuten näher bringen?

Nehmt die Dinge nicht so ernst, nehmt sie ernster als euch selbst. Das schlimmste ist Eitelkeit in meinen Augen, Eitelkeit ist das Zeugnis einer tiefen Unsicherheit und führt zu Neid und Missgunst und täuscht über Mittelmäßigkeit hinweg. Meine Stücke sollen Freunde sein, voller Liebe gemacht sollen sie ihren neuen Besitzern nicht untertan sein, nein, sie sollen Freunde sein, sie sollen erfreuen und natürlich auch schmücken, jedoch nicht die eitle Seite der Person. Sie sollen die feine, geistige und gütige Seite hervorheben und umschmeicheln.

 

 

Mehr Infos unter www.jonathanjohnson.de

Poolstraße 11

20355 Hamburg

 

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