Kristin Kossi: Pop-Art Künstlerin aus Hamburg

Dass Schönheit und Können sich nicht widersprechen, beweist die Hamburger Pop-Art Künstlerin Kristin Kossi. „Das Äußere ist kein Verdienst. Es darf bei einer Frau gerne mehr sein als nur die Schönheit oder diese ewig gleichen Selfies auf Instagram“, so Kossi. Wenn sie eine Aussage trifft, spürt man, es sind keine daher gesagten Floskeln um zu Gefallen, sondern ihre echte Überzeugung. Ihre Bilder, Kunstwerke in mehreren Schichten aus Öl, Spray oder Autolack entstanden, sind genauso komplex wie die Malerin selbst. Auf den ersten Blick ist da diese atemberaubende Schönheit, doch beim genaueren Hinsehen entdeckt man die Details und das Mehr.

Ihre Kindheit verbrachte Kossi in Moskau, wo alles grau in grau war und sie begann, die bunten Werbeplakate von großen Getränkeherstellern nachzumalen. In der Pause kauften Mitschüler ihr Bilder ab, so verdiente sie sich bereits als 7jährige ihr erstes Geld mit der Kunst. Doch mit dem Umzug nach Deutschland im Alter von 14 rückte die Malerei in den Hintergrund.

In ihrem Modedesign-Studium ging es eher um den Umgang mit Stoffen, Materialien, Farben oder aber Skizzen – ihre Stärken, weshalb sie auch als eine der Jahrgangsbesten ihr Studium abschloss. Nebenbei als Model unterwegs, hatte sie immer ein Büchlein parat um zu Zeichnen. Ein Zustand, den sie als nichts Besonderes empfand: Es gehörte einfach zu ihrem Leben dazu. Sogar beim Interview skizziert sie in beeindruckender Geschwindigkeit eine Frau auf dem Notizzettel vor ihr. Doch nur das Skizzieren reichte ihr nicht, auch die Arbeit als Junior Layouter in einer Werbeagentur entsprach nicht ihren Vorstellungen. Irgendwann wurde ihr Schaffensdrang wie bei jedem Künstler riesengroß, und die Malerei kehrte als Hauptbestandteil in ihr Leben zurück.

Ihre Ausdrucksweise in ihren Werken sollte abstrakter, wilder oder eben unangepasster sein. Sie entdeckte Pop- und Graffiti Art für sich, durch die sie ihren Emotionen perfekt Ausdruck verleihen konnte. Waren es noch vor drei Jahren eher realistische Porträts, traut sie sich heute, zu abstrahieren und mit unterschiedlichen, teils ungewöhnlichen Techniken zu experimentieren.

Ihre Vorbilder und Inspirationsquellen sind Frauen wie Kate Moss, die für einen unabhängigen, wilden und eigenen Stil stehen. Oder Marilyn Monroe, die für unvergleichliche Weiblichkeit und Verwundbarkeit steht. „Diese Powerfrauen haben sich mit ihrem Engagement, ihrer Geschichte, ihrem Stil und ihrer Persönlichkeit den Ikonenstatus erarbeitet und andere dazu inspiriert. Das finde ich bewundernswert:“

Wir sollten den Mut finden, in uns reinzuhorchen, um uns mehr zu verwirklichen“, sagt Kossi.

Und sie selbst lebt ihre Version einer starken Frau, die den Mut hat, ihren Traum von Kunst zu leben. Und sie spürt jeden Tag den Drang, etwas zu erschaffen. Eine Eigenschaft, die wohl alle Künstler in sich tragen. „Ich bin mir sicher, dass jeder irgendein kleines Talent hat, das nur darauf wartet, entwickelt zu werden“, so ihre Überzeugung.

Sie selbst hat bei der Entstehung ihrer Bilder kein bestimmtes Konzept. Wenn sie anfängt, beginnt ein dynamischer Prozess. Dazu muss sie nicht an die Elbe fahren. Ihr reicht ihr Atelier in Norderstedt und laute Rockmusik von Guns N’ Roses oder Deep House Klänge, um ihre Bilder zu skizzieren, Collagen zu machen, Farben kreativ aufzutragen und die Schichten teils wieder herunterzukratzen, um ihren Arbeiten so mehr Tiefe und Ausdruck zu verleihen. Malerei ist für sie eine großartige Meditation. Wenn sie ein Kunstwerk schafft, ist sie in einer anderen Welt, alles andere ist ausgeblendet. Mit ihrer Arbeit erreicht sie dann nicht nur geistige Grenzen der kreativen Schaffensmöglichkeiten, sondern auch körperliche, wenn sie Kunstwerke in Übergrößen erstellt.

Kossi malt überwiegend Frauen, weil sie findet, diese hätten ein ausdrucksstärkeres Gesicht als Männer, in dem sich malerisch mehr entwickeln lässt. Und warum malt sie sich nicht selbst? Sie lacht und sagt: Ich kenne meine Gesichtszüge in- und auswendig, das stellt für mich keine Herausforderung dar. Ich erforsche lieber die Gesichter anderer Charaktere, das ist viel spannender.“

Kristin Kossi zählt zu den bedeutendsten Newcomer-Künstlern der urbanen Pop Szene, sogar Galerien in London stellen ihre Werke aus, und die Nachfrage nach ihren Arbeiten reicht mittlerweile weit über nationale Grenzen hinaus.

Ihre nächste Ausstellung findet Ende Mai 2016 in Hamburg statt, die genauen Daten werden noch bekannt gegeben.

Mehr Infos unter

www.kristinkossi.com

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