Ein Italiener in Hamburg – Franco Schiavone und sein La Cassetta

 

Der Italiener Franco Schiavone kam in den 70ern nach Hamburg und eröffnete in den vergangenen 40 Jahren mehrere Geschäfte in seiner neuen Heimat. Seit den 80ern betreibt er das La Casetta in Wellingsbüttel mit zwei Veranstaltungsräumen und einem großen Wintergarten direkt neben der S-Bahn Wellingsbüttel.

Sein Alter verrät er uns nicht – aber seine verschmitztes Lächeln zu dem Thema verrät uns: Über 70!

Franco Schiavone, warum sind Sie nach Hamburg gekommen?

Hamburg hat mich fasziniert. Es ist eine schöne Stadt mit hübschen Frauen. Ich lebte in den 70ern an der Côte d’Azur und arbeitete am Strand eines Luxushotels. Da ich während der Saison jeden Tag die Sonne hatte, wollte ich in der Nebensaison in den Norden. Als das Hotel in Frankreich irgendwann geschlossen wurde, bin ich direkt nach Hamburg gezogen.

Was haben Sie hier beruflich gemacht?

Im Mai 1978 eröffnete ich das Bistro „La Vie“ (ital. der Weg) im Winterhuder Weg 79. Hier arbeitete ich 2,5 Jahre jeden Tag stundenlang, meist bis 4 Uhr nachts. Ich habe gekocht, eingekauft, geputzt, serviert und während der ersten paar Monate kamen kaum Gäste.

Was stand noch auf der Speisekarte?

Zum Beispiel Nizza Salat, Croque Monsieur, Spaghetti Bolognese, Rinderfilet alla bordelaise und Tortellini – die waren damals In!

Sie hatten aber neben der Gastronomie noch andere Ideen, oder?

Ganz genau! Im Nebenraum vom La Vie eröffnete ich ein Antiquitätengeschäft. Hier mussten die Gäste so oder so durchlaufen, um zum Bistro zu gelangen. Zu meiner Höchstzeit hatte ich in Hamburg zwölf Geschäfte. Möbel, Gastronomie, Bistro, Kneipe, alles war dabei wie zum Beispiel das „Flagranti“ im Lehmweg und das „Il Porto“ am Fischmarkt.

Wie konnten Sie in der fremden Stadt und mit der fremden Sprache Fuß fassen?

Es war nicht schwer. Man muss sich dort, wo man lebt, anpassen. Und Sprachprobleme gab es keine, es gibt ja die Finger und die Hände (lacht).

Nun betreiben Sie das La Casetta in Wellingsbüttel. Warum hat Ihnen das La Casetta es besonders angetan?

Seit 1984 betreibe ich das La Casetta. In den 90ern habe ich es verpachtet, um auf Reisen zu gehen. Als ich zurückkam, musste das Restaurant renoviert werden. Ich bin stolz darauf, in Wellingsbüttel eine Institution zu sein. Aber ich bin dennoch weiterhin viel auf Reisen und das lässt das La Casetta zu.

Was macht das La Casetta noch einzigartig?

Die frische Ware, frischer Fisch, alles ist frisch und wird à la Minute zubereitet. Und der Preis stimmt! Die Lage ist gut, wir haben hier viele Parkplätze drumherum. Und

Ihre Stammgäste kennen Sie bereits seit Jahren persönlich, was machen Sie speziell für die jüngere Generation?

Wir haben sehr leckere Pizza auf der Karte. Auch gern zum Mitnehmen! Das kommt bei den jungen Leuten gut an. Zudem findet einmal im Monat ein Jazz-Abend statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

Das Interview führte Katrin Wachholz

http://www.restaurant-lacasetta.de/

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag – Sonntag

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