CELLAR KID aka Timo Pierre Rositzki

01Aus dem Keller auf die Bühne

Cellar Kid: Timo Pierre Rositzki

Deutscher Filmmusikpreis – Gewinner 2016

„Leb deine Träume“ oder „Mach nur das, was dir Spaß macht“ – Sätze, die so motivierend klingen – und am Ende trauen wir uns nicht, das zu tun, wofür unser Herz schlägt. Weil wir Angst haben, weil wir nicht an uns selbst glauben oder weil wir in gesellschaftliche Normen passen möchten und manchmal ganz einfach auch nicht wissen, wie. Wenn man es aber doch wagt, ohne Rücksicht, mit Mut, ohne Beachtung der eigenen Zweifel oder Ängste, dann kann es passieren, dass man einfach mal eben den Deutschen Filmmusikpreis 2016 gewinnt. So wie Timo Pierre Rositzki, der unter seinem Künstlernamen Cellar Kid zusammen mit Sängerin Camilla Daum dieses Jahr den Preis für den Besten Song entgegen nehmen durfte. Und das alles, ohne jemals zuvor einen Song für einen Film komponiert zu haben. Wer dieses Phänomen Rositzki verstehen will, muss ihn nur treffen. Dann wird schnell klar: Dieser Junge hat was, im Englischen würde man sagen, er ist „blessed“ – gesegnet mit einer gewissen Gabe und dem gewissen Etwas. Wenn er seine Vorstellungen äußert, dann sagen viele: „Nein, das geht doch nicht.“ Oder: „Das macht man nicht.“ All diese Widerstände spornen ihn erst an, seine Ziele zu erreichen. Sein großes Idol, Michael Jackson, ahmte er im Alter von vier – fünf Jahren bereits nach. In der Spiegelung des Wandschranks konnte er sich sehen, seine Eltern sahen ihn auch – und förderten ihn. Zuerst mit Musikunterricht (Klavier), später mit Tanz. Noten lernen war nicht so seins, er setzte sich einfach so ans Piano und spielte nach Gefühl. Seine erste Bühnenerfahrung hatte er als Kind – nicht im kleinen Stil, so wie es normalerweise bei einem Anfänger ist, sondern bei ihm ging es direkt an die Staatsoper. Seine Mutter, damals im Bewegungschor der Staatsoper Hamburg, schlug ihn vor, als es damals darum ging, ein Kind für die Ouvertüre von „Der fliegende Holländer“ zu finden. Und prompt wurde er genommen. Er war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Seine erste Bühnenerfahrung brachte ihm auch die Faszination für das Pompöse. Das Einstimmen des Orchesters, die Sinfonien – er merkte schnell: Es fiel ihm leicht, sich zur Musik richtig zu bewegen, alles in Einklang zu bringen und die Musik eines ganzen Orchesters zu spüren. Weiter ging es dann irgendwann mit Hip Hop, er wollte Tänzer werden – bis er die Kamera entdeckte. Da kam alles zusammen, was ihn faszinierte: Musik, Tanz, Film. Er probierte sich aus, immer mit dem Gedanken an sein Vorbild Michael Jackson, der es ebenso verstand, eine ganze Geschichte mit Tanz und Gesang im Musikvideo zu erzählen. Als Grundlage wollte er an die Filmakademie Baden-Württemberg – und war nur wenige Monate dort. Wie auch das Notenlernen für das Klavierspiel harmonierten seine Vorstellung künstlerischer Freiheit nicht mit dem vorgegebenen steifen Stundenplan einer Filmakademie. Seine Kreativität litt, er verlor sich – und schmiss hin. Er ahnte, dass sein kreatives Potenzial nicht an einer der renommiertesten Filmhochschulen gelehrt werden kann, seine filmische Idee, die er gern dort untergebracht hätte, verfolgte er privat weiter. Ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass sich angehende Filmemacher um einen Platz an der Filmakademie gerissen hätten. Seine Idee, die er nicht an der Hochschule umsetzen durfte, drehte er dann privat – ein inoffizielles Video für den Song „Toulouse“ von Nicky Romero. Und er sollte recht behalten mit seiner Vision und dem Gespür für den richtigen Augenblick: das Video erreichte in kürzester Zeit aus einem Zufall heraus hohe Klickzahlen, aktuell wurde es über 300 Millionen Mal angeschaut. Es mauserte sich vom inoffiziellen Video zum offiziellen Video, der Übergang war fließend – die im Film verwendeten Masken sah man plötzlich als neues Markenzeichen von Nicky Romero. Ein wahrer Internet-Hype, der durch alle Social Media Kanäle ging, und das alles aus Zufall, weil ein Russe das Video von Timos Vimeo Account herunter und auf seinen YouTube Kanal unter „Tiere“ hochlud und sich es von dort irgendwie verselbstständigte. Eine PR Agentur oder ein Social Media Experte hätten es nicht besser promoten können – wieder war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wenn auch nur viral, aber mit Erfolg. Eine logische Konsequenz, dass er sich nun auch an Nicky Romero wendete – nicht aus finanziellen Gründen, eher, um weitere Visionen umzusetzen. Weil es für ihn keine Grenzen gibt, sondern nur Leidenschaft, reiste er nach London, traf sich mit dem Management, reiste dann erneut nach Miami, um sein Konzept eines neuen Videos für Romero vorzulegen. Es stand alles auf Erfolgskurs – und dann die Absage. Nachdem er auf eigene Kosten nach Miami gereist war, entschied sich das Management gegen seine Ideen. Ein anderer hätte gezweifelt, nicht so Timo. Musik, so überlegte er, könne er auch selbst. Er flog nach Hause, schloss sich in seinen Keller ein, produzierte – Cellar Kid war geboren. Mit seiner eigenen Kunstfigur wollte er es schaffen, seine Leidenschaften für Musik und Film zusammen zu bringen. Er tüftelte, bis ihn ein Bekannter, den er aus Zeiten kannte, als er sich noch DVDs aus der Videothek auslieh, ansprach. Er mache jetzt einen Film – ob er nicht Lust hätte, ihm hierfür eine Filmmusik zu komponieren. Klar wollte Rositzki, hatte er doch seinem Bekannten viel zu verdanken: beim Sortieren von DVDs erklärte dieser Bekannte ihm damals die Grundlagen des Filmemachens. Vom Mitarbeiter der Videothek ist ein bekannter türkisch – deutscher Filmregisseur geworden: Özgür Yildirim. Wieder war Timo zur rechten Zeit am rechten Ort, ohne es zu ahnen. Vom Komponieren hatte er wenig Ahnung, er brachte sich alles selbst bei, Schneiden, Mischen. Auf der Suche nach einer Sängerin für sein Lied schaute er sich alle „The Voice of Germany“ Folgen an – und in Camilla Daum sah er genau die Richtige, die sein Lied umsetzen konnte. Alle sagten, er könne doch nicht die aus der Casting-Show verpflichten, für ihn jedoch kein Hindernis: Er schrieb sie einfach an – fünf Minuten später hatte er ihre Zusage. Der Song entstand nachts, als er ihn einspielte, am Piano, wusste er: Das ist es. „Alive“ – zwar elektronisch produziert, dennoch hört man seine Vorliebe für das Pompöse, was er schon an der Staatsoper im Orchestergraben schätzte. Zeitlos, ein Klassiker. Dass er damit den Deutschen Filmmusikpreis gewinnt – für ihn nicht Anreiz oder Gewollt, wieder ein Zufall, wieder in „Timo Pierre Rositzki“ Manier: Leidenschaft gepaart mit Perfektionismus für das beste Ergebnis. Fragt man ihn, was er selbst sich als Ziele setzt, sagt er nur: „Dass das, was ich tue, das Beste ist, was ich gebe. Dass ich hinter meinen Projekten einfach zu 100% stehe, es nicht halbherzig mache, einfach komplett darin aufgehe und das Gefühl habe, eben alles gegeben zu haben“. Vieles entscheidet er aus dem Bauch heraus, wenn es sich für ihn gut anfühlt, wird es gut – authentisch und echt. Er spürt, was gut ist, besitzt nicht nur das technische Know-How für all seine Projekte, sondern weiß, wie er emotional berührt. Elbblick Magazin durfte exklusiv einen Blick auf sein neuestes Videoprojekt werfen – eine Steigerung, denn hier zeigt er eine ganz neue Seite von sich: Schauspielerei. Eine Fortsetzung seines viralen Hits „Toulouse“ und ganz nebenbei ein kleines filmisches Kunstwerk. Man spürt, da kommt noch was Großes, er ist irgendwo am Anfang und doch mittendrin. Er hat das, was andere eben nicht haben: Mit einer Leichtigkeit, einem Willen, einer kindlichen Einstellung und viel Herz bringt er so viel zusammen, dass seiner Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Es würde ELBBLICK nicht wundern, wenn dieser Mann aus Hamburg, dessen Lieblingsort derzeit noch der Mittagstisch beim Asiaten in Wandsbek ist, in wenigen Jahren mal für einen Oscar nominiert ist und diesen dann auch noch gewinnen würde – es würde zu seinem Lebenslauf passen. Und seinem Vater hat er sowieso versprochen: Er ruft immer nur an, wenn er gewonnen hat. Bei der Verleihung des Deutschen Filmmusikpreises hat er es genauso gemacht. Denn er hat es einfach: Das Besondere, was ihn sicher noch groß werden lässt und eine tolle Familie und Freunde, die die ganze Zeit hinter ihm stehen und ihn unterstützen. Timo Pierre Rositzki aka Cellar Kid – den Namen sollte man sich unbedingt merken, denn ELBBLICK ist sich sicher, dass wir noch viel von ihm hören werden.

Weitere Infos unter:

www.facebook.com/cellarkid/

youtube.com/cellarkidofficial

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